Der Herbst ist da mit angenehm kühlen Tagen, Sonnenschein satt, bunten Blättern und an manchen Tagen weht ein straffer Wind. Wir genießen diese Abkühlung sehr und freuen uns auch ganz schwer darüber das wir den Knopf für unsere Heizung gefunden haben.

Ein ganz herzliches Hallo aus Texas von uns allen an Dich.

Am Sonntag haben wir das grandiose Wetter genutzt um mit John ein kleines Photoshooting von unserer wachsenden Familie zu machen. Ich finde die Bilder sind richtig schön geworden, aber schau selbst. Ein Bild ist anders als die anderen, es ist ein Vergleichsbild zu von vor 2 Jahren, als Philemon noch drin war in meinem Bauch.

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Ganze zwei Jahre sind vergangen seitdem der kleine Philemon aus uns eine Familie gemacht hat. Am 16.November haben wir ihn deshalb gebührend gefeiert. Ganz früh morgens gab es einen bunt gedeckten Geburtstagstisch mit Kuchen, Kerzen, Geschenken und Luftballons („Lukalong“) für einen ganz verschlafenen kleinen Philo. Nachdem Philippus dann wieder zu Hause war sind wir alle zum Wasserpark gefahren und hatten eine gute Zeit mit Wasserrutschen, dem Wellenpool und dem lazy River. Damit aber nicht genug, zum Spielplatz im Park ging es nämlich auch noch und abends gab es ein schönes Programm in der Schulturnhalle zum Thema „Thanksgiving, die Pilger und die Reformation“, bei der die Grundschüler in lustigen Kostümen und kurzweiliger Art die Geschichte Amerikas vorgetragen haben. Es war ein richtig schöner Tag und Philemon hat sich ganz sehr gefreut so im Mittelpunkt zu stehen.

Wir sind DIR und EUCH ganz besonders DANKBAR dafür, dass ihr so wunderbar großzügig und zahlreich auf unsere Anfrage aus dem letzten Rundbrief reagiert habt und uns und Philemon finanziell unterstützt! Danke DANKE Danke!! Ihr habt uns alle wirklich reich beschenkt und gesegnet! Ihr seid großartig! So gab es glutenfreien Kuchen, Schöne Geschenke und ein paar neue Schlafanzüge für den wachsenden kleinen Kerl. Die monatlichen Kosten sind so für uns auch leichter zu tragen,  DANKE! Danke auch für die Video Botschaften mit vielen Happy Birthday Ständchen!

Zwei Jahre ist kein wirklich langer Zeitraum, aber wenn ich so sehe was Philemon innerhalb dieser Kürze alles gelernt hat kann ich nur staunen!! Er braucht schon seit längerem überhaupt keine Windeln mehr, seinen Schnuller hat er irgendwann auch selbst in den Mülleimer geworfen nachdem er durchgebissen war, er spricht super deutliche Mehrwort Sätze und fängt jetzt schon an die Buchstaben des Alphabets zu lernen und zu erkennen. Er kennt erstaunlich viele Worte auch schon auf Englisch, schläft nachts in seinem eigenen Bettchen durch, rutscht jede Rutsche runter, kann auf Klettergerüste hoch klettern wie ein großer und er isst gerne Brokkoli. Wow!

Das Video heißt: „wie die Zeit vergeht“ es wurde automatisch von google zusammen gestellt.

Als großer Bruder wird er sicher ein prima Vorbild für seine kleine Schwester sein und ihr das lernen sehr erleichtern. Vor allem bestimmt auch darin wie man viel Quatsch macht. Wir erwarten das kleine Mädchen offiziell am 2.Januar 2018, aber ehrlich gesagt hoffen wir und beten das sie etwas früher kommt. Es würde vieles erleichtern wenn sie in der Weihnachtszeit käme, denn dann hat Philippus auch frei und muss sich keine Gedanken darüber machen das er die Schule nachholen muss weil er mit mir im Krankenhaus ist und dann auch mit mir zu Hause in den ersten Tagen nach der Geburt.

Mittlerweile habe ich einen Gynäkologen gefunden der meine Schwangerschaft betreut und ich bin sehr glücklich und zufrieden! Juhu! Die Termine sind jetzt im Abstand von zwei Wochen, alles ist prima und das Baby ist aktiv und wächst ganz fleißig. Im Ultraschall ist allerdings eine der beiden Nieren etwas vergrößert, was auf einen Rückstau im Harnleitersystem hinweist, wir beobachten das weiter und geben es dann an den Kinderarzt weiter. Philemon hatte das auch und es hat keine negativen Folgen für ihn gebracht. Trotzdem ist es für uns natürlich ein Gebetsanliegen das die Niere davon keinen Schade nimmt. Der Arzt der mich jetzt betreut wird dann auch in der Geburt selbst mit dabei sein. Das ist anders als in Deutschland und ich finde es ziemlich gut. Bei einem meiner ersten Termine haben wir gleich auch darüber geredet das ich nicht noch einmal einen Kaiserschnitt haben möchte, wenn es nicht unbedingt notwendig ist aus medizinischen Gründen. Nicht jeder Arzt hier in den USA ist dafür offen eine natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt zu wagen, weil es eben auch Risiken birgt die der Arzt verantworten muss. Und Du weißt ja bestimmt, verklagt werden geht hier mega schnell. Vielleicht kannst Du Dir vorstellen das es für mich ein sehr zentrales Thema ist was mich natürlich sehr beschäftigt. Ich wünsche mir so sehr das unser kleines Mädchen all die Vorzüge einer natürlichen Geburt erleben darf!! Und für mich selbst wäre die Erholungszeit auch viel besser als mit einer großen Wunde. Du darfst sehr gerne mit uns beten, oder Daumen drücken.

Unbenannt

Ja, das ist mein Gyn.

Unser „Haus“ ist in den fast drei Monaten die wir jetzt hier sind schon viel mehr zu unserem zu Hause geworden. Nachdem wir ein Leck im Wasserabfluss unterm Haus entdeckt und repariert haben riecht es auch nicht mehr ganz so übel. Eine von wahrscheinlich noch mehreren Mäusen haben wir erfolgreich erlegt, den Ameisen ist es jetzt zu kalt und sie kommen auch nicht mehr zu uns ins Haus, wir haben so etwas ähnliches wie eine Routine im Alltag und fühlen uns besser angekommen. Danke auch hier für Dein mittragen im Gebet, an uns denken, Daumen drücken. 

Letzte Woche hatte ich (Philippus) mein erstes Praktikum von dreien, die Teil meiner Schule sind. Eine Woche lang durfte ich als Lernender gemeinsam mit drei meiner Mitstudentinnnen eine Gemeinde besuchen. Wir haben uns dafür die, mit ca. 6.000 Besuchern am Sonntag, größte Gemeinde in Tyler ausgesucht, die „Green Acres Baptist Church“. Ich bin eigentlich nicht der größte Fan von sogenannten Mega churches aber diese Gemeinde hat Suse und mich überrascht. Sie sind trotz der Größe überaus nahbar und haben durch und durch den Herzschlag für Mission. Wir durften als Team eine Woche lang das Leitungsteam begleiten und über die Schulter schauen. Viele nahmen sich extra für uns Zeit, um uns kennen zu lernen und Fragen zu beantworten. Unten könnt ihr ein Bild von uns mit dem Senior Pastor David Dykes sehen. Ebenfalls sehr besonders war die Begegnung mit Lana Packer (siehe Bild). Sie war in der Woche, in der wir da waren ebenfalls Gast(sprecherin) in der Gemeinde, interessanterweise angereist aus Stuttgart. Sie leitet gemeinsam mit ihrem Mann eine internationale Baptistengemeinde in Stuttgart und den Dienst „Kainos e.V.“, ein Verein der sich mit dem großen Thema Menschenhandel und Prostitution auseinandersetzt. Sie möchten Frauen dabei helfen einen Weg aus der Prostitution zu finden und auf den real existierenden Menschenhandel in Deutschland aufmerksam machen. So gab es Podiumsdiskussionen mit Polizei und FBI, sowie NGOs aus Ost-Texas und weitere Treffen, in die ich auch meine bisherige Erfahrung aus unserer Arbeit zu diesem Thema mit JMEM in Erfurt einfließen lassen konnte. Diese Woche hat mich begeistert und ich bin sehr dankbar dafür, dass meine Bibelschule mir solch eine lehrreiche Gelegenheit geboten hat.

Auch sonst bin ich sehr dankbar für die Schule. Ich lerne viel, kann mittlerweile die griechischen Grundtexte des Neuen Testaments viel besser entschlüsseln und freue mich über die verschiedenen und tiefgehenden Lehr-Themen der Schule. Leider bietet der Unterricht nicht immer genügend Zeit für komplexe Fragen zu den Themen, weshalb ich kurzerhand eine Diskussionsgruppe ins Leben gerufen habe. Wir treffen uns alle zwei Wochen für zwei Stunden um mit schweren Fragen zur Bibel unsere Köpfe zum Rauchen zu bringen. Diese Gruppe kommt sehr gut an, was mich natürlich sehr freut.

Diese Woche wird hier in den USA Thanksgiving gefeiert und ich genieße es frei zu haben um mehr Zeit mit Suse und Philemon zu verbringen. Es ist so eine große Freude Familie zu erleben, unseren kleinen Sohn größer werden zu sehen, mit ihm zu spielen und uns einfach alle zusammen am Leben zu freuen.

 

Und jetzt zum Abschluß noch zwei Bilder mit dem Titel „Nur in Amerika“ die etwas echt skurriles zeigen: Ein komplettes Haus wurde einfach mal auf einen Laster aufgeladen und vom Nachbar Grundstück auf das Grundstück hier rüber gefahren. Das besondere daran: Dieses Haus ist KEIN mobile home was dafür gebaut wurde mobil zu sein, sondern es ist ein massiv gebautes Haus (für USA Verhältnisse) und der Transport war ein ziemlich großer Akt. Fährt da einfach mal ein Haus an uns vorbei… Verrückt!!

Damit verabschieden wir uns für heute von Dir und wünschen Dir einen kuschligen Herbst und eine stressfreie Adventszeit. Sehr gerne würden wir auch lesen wie es Dir geht und was Dich beschäftigt.

Herbstliche Grüße vom Heer.