Voll Freude und Dankbarkeit startet das Heer ins neue Jahr 2018. Wir sind mega glücklich und auch noch ein bisschen erschöpft durch die Geburt unserer wunderschönen und perfekten Tochter Hadassah. 

Wir wünschen Euch allen ein richtig gutes neues Jahr!

Ich (Suse) hatte mir so sehr gewünscht bei dieser, meiner zweiten Entbindung das Baby auf natürlichem Wege auf die Welt zu bringen nachdem Philemon ja ein Kaiserschnitt Baby mit einem ziemlich schwierigen Start ins Leben war. So haben wir seit Weihnachten gehofft und gebetet das die kleine süße Maus noch vor Silvester von alleine die Geburt einläutet, doch dem war nicht so. Der Gynäkologe der mich in dieser Schwangerschaft hier in den USA betreut war zwar generell offen für eine vbac (Vaginale Geburt nachdem ein Kaiserschnitt voran gegangen war), sagte mir aber auch gleich das er kein Risiko eingehen würde das meine alte OP Narbe aufreißt, weshalb er nicht länger als bis zum errechneten Geburtstermin abwarten würde. Also schwebte der 2. Januar 2018 als geplanter Wiederholungs-Kaiserschnitt-Termin über uns. Ich war nervös und sehr emotional. Weihnachten kam und ging, Silvester kam und ging, Neujahr kam und ging und in der Nacht vom 1. Januar auf den 2. Januar um 4 Uhr stand ich auf, nahm meine Tasche und fuhr ins Krankenhaus um dort alle notwendigen medizinischen Vorbereitungen für eine pünktliche OP um 7:15 Uhr amerikanischer Zeit zu starten. Der Vorbereitungsraum war kalt und steril und die Schwester tat all ihre Routine Handgriffe mit medizinischer Genauigkeit. Die Spinalanästhesie wirkte, der Gynäkologe prüfte ob ich noch was spüre und dann gab’s den Schnitt, Philippus, der inzwischen auch mit im OP Saal war wurde ganz bleich und dann ging es ganz schnell und das Baby war da. Ich hab geheult aus so vielen Gründen gleichzeitig. Nachdem die Wunde fertig zugetackert war durfte ich aber gleich meine Tochter für 2 Stunden auf der Brust liegen haben, sie hat sofort die Milchbar entdeckt und alles war einfach gut. Wir kuscheln ganz viel und sie ist sehr ruhig und zufrieden solange sie Mamas Herz schlagen hört. Ein gesundes wunderschönes Mädchen ist nun eine echte Bereicherung für unsere Familie.

Bei der Auswahl des Namens für dieses winzig kleine Wunder haben wir uns nicht leicht getan. Es war von vorn herein klar das wir aber warten werden bis wir sie sehen, bevor wir ihren Namen aussuchen. So haben wir es mit Philemon auch gemacht und es war gut so. Wir hatten allerdings schon ein paar Namen als mögliche Kandidaten auf einer Favoriten-Liste stehen, konnten uns aber auch nachdem sie dann endlich da war nicht so recht festlegen. Es hat alles irgendwie nicht gepasst. Wir hatten uns gewünscht einen Namen mit einer schönen Bedeutung zu finden, der gut klingt und zu unserer Familie passt. Aber entweder war die Bedeutung sehr flach oder irgendwo anders hing es.

Die Frau die im Krankenhaus die Geburtsurkunden beantragt war schon ganz angespannt weil wir noch immer keinen Namen hatten, also saßen wir auf dem Bett, schauten uns an und dann fiel mir ein, dass ich ja schon ganz lange einen Namen im Herzen hatte, der es aber nicht auf die Liste geschafft hat weil Philippus ihn nicht so richtig mochte: Hadassah. Ich sagte den Namen und plötzlich fing Philippus Gesicht an zu leuchten und er sagte voll Begeisterung JA!! Das ist es!

Der Name kommt aus der Bibel und ist im Buch Esther zu finden. Xerxes I war König von Persien, er regierte sein Reich von der Residenz Susa und er suchte eine neue Königin. Aus dem gesamten Reich wurden die schönsten jungen Frauen in seinen Palast eingeladen und ein ganzes Jahr lang auf ihre Begegnung mit dem König vorbereitet mit gesunder Diät und einer dauerhaften Spa-Verwöhnkur. Esther 2,7: „In Susa lebte ein Jude der verschleppt worden war, Mordechai war sein Name. Er hatte eine Cousine namens Hadassah, die auch Esther genannt wurde. Ihre Eltern lebten nicht mehr und deshalb hatte Mordechai sie als Pflegetochter angenommen. SIE WAR SEHR SCHÖN UND IHRE GESTALT WAR BESONDERS ANMUTIG.“ Hadassah war also eins der Mädchen die als neue Königin im Palast vorbereitet wurde und am Ende wird sie tatsächlich ausgewählt von Xerxes. Sie verbirgt ihre jüdische Herkunft und lebt nun als Königin mit dem Namen Esther von Susa im Palast. Unter den vielen vielen schönen persischen Mädchen sucht sich der König diejenige aus die am schönsten war: Hadassah.

Wenn man die Geschichte weiter liest stellt man fest das Esther eine sehr mutige Frau war. Sie riskiert nämlich ihr eigenes Leben um ihr Volk vor einem fies geplanten Massenmord zu bewahren. Der Name stammt vom hebräischen Wort Hadas, ein Myrtenstrauch der einen ganz besonders schönen Duft hat. Esther, oder Hadassah war also eine Frau die ihrem Volk Recht verschaffte, Mitgefühl hatte und von ganz besonderer Schönheit war.

Das allein ist schon mal ein ganz schöner Hintergrund zu dem Namen. Aber es geht noch weiter und wird jetzt für uns auch persönlich: Als ich ein Teenager war gab mir meine entfernte Verwandte Renate einen Roman mit dem Titel Esther. Es war eben genau die Geschichte von König Esther und ich erinnere mich noch genau daran wie Renate zu mir sagte: Wenn ich an die Geschichte von Esther denke dann muss ich an dich denken. Ich selbst hatte immer ein großes Problem mit meiner eigenen Schönheit und dieses Geschenk, dieses Buch bedeutete mir sehr viel. Ich wollte selbst auch gerne was großes vollbringen, so wie Esther, ein ganzes Volk retten und dabei das eigene Leben riskieren. Bisher hab ich das noch nicht getan, wer weiß vielleicht sollte ich auch einfach nur eine kleine Hadassah auf die Welt bringen die das dann macht. (kein Druck)

Hier hört es aber noch nicht auf: Philippus studiert ja gerade die Bibel hier in Texas und über die Weihnachtsferien hatte er die Hausaufgaben ein Buch ganz ausführlich zu studieren, aus einer Liste von Büchern der Bibel bekam er das Buch Esther zugeteilt. Er war anfangs nicht so begeistert weil die Geschichte schnell gelesen ist und es vermeintlich nicht so viel spannendes darin zu entdecken gibt. Doch je länger er forschte und recherchierte umso begeisterter wurde er. Jeden Abend wenn er ins Bett kam strahlte er weil er wieder etwas spannendes gelernt hatte. Es hat voll Spaß gemacht ihm zuzuschauen. Das hat schlussendlich auch dazu geführt, dass ihm Hadassah plötzlich doch gefiel. Tja und als letztes kleines Detail ist noch zu sagen, dass eine Freundin von uns hier aus der Schule auf Philemon aufgepasst hat während Mama und Papa im OP Saal „das Baby abgeholt haben“ und ratet mal wie diese Freundin heißt! Ganz genau! Esther. Wir finden den Namen Hadassah total schön und so ungewöhnlich er auch sein mag, für uns hat er eine ganz besondere und persönliche Bedeutung. Genauso wie der Name unseres Sohnes Philemon, doch das ist eine andere Geschichte.

Wir sind mega dankbar für all eure Glückwünsche die uns auf vielen verschiedenen Wegen erreicht haben, für ausreichend Milch an der Milchbar, für mega liebe Unterstützung hier vor Ort, mit Mahlzeiten, Kleidern, Autositzen, einem neu geborgtem Auto (auch das eine Hammer Geschichte!!), Windeln, und vielem mehr. Und wir sind glücklich miteinander. Philemon streichelt seine Hadassah Schwester ganz liebevoll und wenn sie weint bringt er ihr einen Schnulli, er ist ein toller großer Bruder und Philippus ist der beste Papa der Welt.

Ganz viele liebe Grüße von unser kleinen Familie.