So nannte Bilbo Beutlin, der kleine Hobbit aus dem gleichnamigen Roman von J.R.R. Tolkien sein Buch, in dem er die Abenteuer, die er mit Thorin Eichenschild und einem Haufen anderer Zwerge erlebt hatte, festhielt. Die Reise zum Einsamen Berg und wieder zurück ins Auenland hat den kleinen Hobbit sehr verändert und sein Horizont hat sich extrem erweitert. Er hat neue Völker kennengelernt und kostbare Freunde gefunden, er hat knifflige Situationen gemeistert und hat einen reichen Schatz an Erfahrungen gesammelt. Sein Herz ist voll von spannenden Erinnerungen die für immer bleiben. Doch auf die Frage hin wie es ihm denn nach seiner Rückkehr ginge sagte er auch: „Ich fühle mich wie zu wenig Butter auf zu viel Brot verteilt, Ferien wären jetzt schön“.

Wir, die Heer Familie könnten unsere letzten Jahre auch genauso überschreiben: „Hin und wieder zurück“

 

 

Seit dem Herbst 2016 drehen wir scheinbar geografisch gesehen Schleifen. In Altensteig hab ich (Suse) meine Jüngerschaftsschule gemacht, danach ging es für eine kurze Zeit nach Herrenberg, wo Philippus aufgewachsen ist. Von dort zogen wir los in die USA für ein Jahr. Tyler in Texas wurde die Geburtsstadt unserer Tochter Hadassah und wir alle haben sehr viel neues gelernt in Texas. Für Philippus ging es dann nach Brasilien zum unterrichten und nachdem die Bibelschule in Tyler offiziell beendet war, sind wir einmal quer durch die USA gefahren um Freunde an der Westküste zu besuchen. Von Kalifornien aus haben wir dann die Rückreise nach Deutschland über Tyler gestartet, sind in Herrenberg kurz zwischen gelandet, haben eine kleine Tour durch Mitteldeutschland gemacht und sind nun wieder in Altensteig.

schleifchen

 

 

Puhh, so viele Tapetenwechsel innerhalb ganz schön kurzer Zeit, zwei interkontinentale Umzüge mit dem dazu gehörigen Kulturschock und das mit zwei kleinen Kindern… Das ist ne ganze Menge. Wir verstehen Bilbo Beutlin mittlerweile auch ziemlich gut, denn reisen bedeutet nicht Urlaub machen. Das sind völlig unterschiedliche Dinge. Unser Leben ist intensiv und voll, wir sind dankbar für die vielen Aha-Momente, die tollen Erlebnisse, die neuen Freundschaften, die atemberaubenden Ausblicke, die herausfordernden Wüstenzeiten die uns geformt haben und uns als Familie enger zusammen gestellt haben, und so vieles mehr. Wir haben im letzten Jahr so viel Segen erlebt und konnten auch für andere ein Segen sein. Unsere Herzen sind voll mit lustigen Geschichten, Staunen, bewegenden Momenten und schönen Begegnungen. Nur unsere Körper sind jetzt ein bisschen müde.

 

 

Im letzten Blogeintrag gab es ja unsere Pläne für die letzten Wochen in den USA zu lesen. Geplant getan: Wir hatten einen richtig schönen Roadtrip durch den Süden nach San Diego, wo wir Krysta, eine Mitstudentin von Philippus und ihre Familie besucht haben. Wir alle aber auch ganz besonders die Kinder haben den Swimmingpool, die neuen Freunde (Oma Andrea, Opa Gary, the Jones Tribe), das Meer und den Strand total genossen. Am Santa Monica Pier, wo die Route 66 beginnt ist Philemon zum ersten mal Riesenrad gefahren und wir haben die Fahrkarte aufgehoben als Erinnerung. Hadassah hat tauchen gelernt und liebt das Wasser. Der Colorado Fluss und der Grand Canyon haben uns eine völlige neue Größenvorstellung von Amerika gegeben, genauso wie die riesigen Kakteen in Arizona. Mit De Anna, Mike und ihrer Familie haben wir viel Spaß und viele gute Gespräche gehabt. Wir waren auf unzähligen Spielplätzen, haben einen versteinerten Wald erforscht, uns war sehr oft sehr heiß und die Kinder sind absolute Autofahrer Champions geworden. Es war eine richtig gute Familien Zeit zum Abschluss unseres Jahres in den USA. Das Reise-Gen wird in unserer Familie schon sehr früh aktiviert, denn Hadassah war gerade mal 7 Monate alt als sie zum ersten mal im Flieger saß, oder besser: schlief. Als amerikanische UND deutsche Staatsbürgerin hat sie nun auch zum ersten Mal deutschen Boden unter den Füßen. Vielen Dank an all unsere Gastgeber und Freunde. Wir haben die Zeit mit euch und bei euch sehr genossen!! 

 

 

Am Tag unserer Ankunft kam Philippus‘ ganze Familie zusammen, doch leider aus einem traurigen Anlass: Die Großmutter ist gestorben. Mit fast 90 Jahren hatte sie ein volles Leben und wir sind dankbar das wir alle von ihr Abschied nehmen konnten.

Für unsere kleinen Wohnwagen Tour haben wir den wunderbar warmen Spätsommer dann noch so richtig auskosten können. Die relativ kurzen Fahrstrecken und die tollen Autobahnen haben uns sehr glücklich gemacht und so konnten wir auch diese Zeit im Wohnwagen sehr genießen obwohl es eigentlich total verrückt von uns war diese Art von Reisen einfach gleich mehrfach hintereinander zu machen. Doch die Treffen mit Familie und Freunden in Hessen, Thüringen und Sachsen waren es absolut wert! Danke an all unsere Freunde und Familie für eure Spontaneität, eure Gastfreundschaft, eure Freundschaft, eure Zeit, euer Nachfragen und euer echtes Interesse an dem was wir machen und wie wir leben.

 

 

Seit dem 1. Oktober sind wir nun also wieder in Altensteig, wo sich der Kreis schließt. Hier hat in meiner Jüngerschaftsschule unsere familiäre Umorientierung begonnen und es ist schön wieder hier zu sein. Wir wurden ganz herzlich begrüßt und im Team aufgenommen. Das Ankommen ist gefühlt immer sehr viel leichter wenn man schon vorher einmal an einem Ort war und so ist es jetzt auch. Ein riesiger Segen ist auch unsere momentane Wohnsituation: Wir sind in einer liebevoll privat sanierten großen hellen Wohnung als Zwischenmieter eingezogen, denn die Familie die hier sonst wohnt und alles total stilvoll eingerichtet hat ist momentan in Neuseeland, Fiji und Tonga unterwegs. So mussten wir gar nicht „so richtig“ umziehen, sondern konnten uns sozusagen einfach ins „gemachte Nest“ setzen und genießen das total. Die Kinder haben sooo viel tolles Spielzeug und sogar Kleidung, dass wir nur wieder staunen können wie gut Gott uns versorgt. Die Vermieter wohnen auch wieder direkt mit im Haus und sind absolut geniale Leute! Wir waren uns gegenseitig auf Anhieb sympathisch. Letzte Woche gab es dann auch eine kleine Einzugs Party bei der alle Gäste eine kleine Hausführung bekommen haben. 

 

 

Philippus arbeitet fleißig in seinen verschiedenen Bereichen und es macht ihm großen Spaß die Früchte seiner Arbeit zu sehen. In einer gesonderten Email wird er dann in den nächsten Wochen sehr viel detaillierter seine Arbeitsinhalte transparent machen. Da es dabei um eher sensible Inhalte geht, haben wir beschlossen dies nicht hier zu tun. (Wenn Du diese Email gerne auch bekommen möchtest, dann melde Dich bei uns). Suse hilft im laufenden Schulungsbetrieb in der Küche mit, wir alle haben beim renovieren des neuen Seminar Raums ein bisschen geholfen und wir beide haben die große Ehre uns als Mentoren mit festen wöchentlichen Terminen in jeweils eine(n) DTS Studenti(e)n investieren zu dürfen. Und Vollzeit Eltern von zwei wunderbaren Kleinkindern sind wir ja ganz nebenbei auch noch. Unsere Wohnung ist immer offen für alle die gerne teilhaben wollen am chaotischen Familiengewusel vom Heer und viele junge Mitarbeiter genießen die Gemeinschaft mit uns, die Gespräche oder die Aussicht aus unserem Wohnzimmerfenster.

 

 

Philemon ist jetzt schon 3 Jahre alt, wow! Er steckt mitten drin in der „Warum“ Phase, will gerne alles wissen und verstehen und fragt vieles 5 mal nach. Er ist sehr höflich und immer noch sprachbegabt. Oft ist er mit seinen Gefühlen überfordert und reagiert dann wie viele Kinder in diesem Alter mit weinen, trotzen, bockig sein. Aber Abends kommt er trotzdem immer ganz nah an Mama und Papa ran gekuschelt und holt sich seine Schmuseeinheit ab.

Hadassah ist sich selbst in vielen Dingen absolut voraus. Mit gerade mal 11 Monaten kann sie schon richtig gut frei stehen, läuft oder eher hangelt sich um Möbel herum oder krabbelt mit High Speed durch die Wohnung. Sie lacht ganz viel, schmiegt sich immer an Mama und Papa ran, kann klatschen und winken, sagt Mama und Papa und erzählt ganz viel. Sie ist unser Freudenbringer und Sonnenschein. Wir sind so dankbar für unsere beiden tollen Persönchen, die so viele Herzen um uns herum berühren und erwärmen.

 

 

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Ja, jetzt sind wir also wieder zurück – ein bisschen verändert, unser Horizont erweitert, unsere Erinnerungen voll kostbarer Momente, unsere Herzen voll Dankbarkeit und ein bisschen müde – fast so wie Bilbo der Hobbit. 

Wir wünschen Dir in den kommenden Wochen immer wieder schöne Begegnungen mit den Menschen um Dich rum, viele kleine Verschnaufpausen, reichen Segen und genug Kraft für jeden Tag.

Viele liebe Grüße von Philippus, Suse, Philemon und Hadassah aka DasHeer.